Mehrwert der Implementierung von Risk Sharing dank dessen positiven Einflusses auf IFRS-Kennzahlen

Die Verwendung von Risk-Sharing-Annahmen für die Bewertung von Vorsorgeverpflichtungen im IFRS-Abschluss erlaubt es, reglementarische Vorgaben von Schweizer Vorsorgeplänen in Bezug auf den Arbeitgeberanteil an der Gesamtfinanzierung eines Vorsorgeplans realitätsnäher abzubilden und somit potenzielle Leistungsanpassungen und Unterfinanzierungsmassnahmen umzusetzen.

IFRS-Vorsorgeverpflichtungen sind mit dem marktbasierten Diskontzinssatz zu bewerten, deswegen sind in den letzten Jahren IFRS-Vorsorgekosten im aktuellen Tiefzinsumfeld wesentlich höher und volatiler geworden, was zu einer erheblichen Unterdeckung im IFRS-Abschluss führen kann. Traditionell waren alle damit verbundenen Kosten zulasten des Arbeitgebers erfasst. Als Konsequenz sind verschiedene De-Risking-Strategien von Stiftungsräten und Unternehmen umgesetzt worden, um die Finanzierung der Vorsorgeleistungen zu stabilisieren und die IFRS-Verpflichtungen zu reduzieren. Solche Strategien führen zu Leistungskürzungen und davon sind v. a. Arbeitnehmer betroffen.
Im Dezember 2016 hat die Kommission für True-and-Fair-View-Rechnungslegung von Expertsuisse kommuniziert, «dass die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehende Pflicht zur gemeinsamen Ausfinanzierung der Vorsorgeverpflichtungen unter bestimmten Umständen im Sinne einer Risikoaufteilung (‹Risk Sharing›) bei der Bewertung der Vorsorgeverpflichtungen nach IAS 19 zu berücksichtigen ist.»
Das Ziel dieses Beitrags ist zu zeigen, was für einen Einfluss die Umsetzung der Risk-Sharing-Modelle 1.0, 2.1 und 2.2 auf den IFRS-Abschluss hat, dargestellt für zwei Musterkassen, PK 1 und PK 2, die typische Schweizer Pensionskassen abbilden.
Kapitel 2 gibt einen Einblick in das Risk Sharing (RS) der IFRS-Standards. Die Resultate für die Musterkassen werden in Kapitel 3 präsentiert.

Artikel veröffentlicht in Expert Focus